| Geschichte der Heldenburg Salzderhelden |
|
| Geschrieben von: Dietmar Kopp |
| Sonntag, 08. Februar 2009 um 20:01 Uhr |
|
Die Anfänge der im Jahre 1320 zum erstenmal urkundlich erwähnten Burg Salzderhelden liegen im Dunkel. Doch deutet bereits der Name der Burg, in mittelalterlichen Urkunden »castrum solth« oder »solto tho der helden« genannt, an, daß es sich bei dieser Anlage um eine Burg in der Nähe einer Saline handelt, wobei der Begriff »helde« einen steilen Abhang kennzeichnet. Da die Anfänge dieser Salzgewinnung in das 13., wenn nicht das 12. Jahrhundert zurückreichen, dürfte die Errichtung der Burg spätestens im 13. Jahrhundert erfolgt sein. Als Erbauer kommen die Welfenherzöge oder die Grafen von Dassel in Frage.Eine größere Bedeutung kommt der Burg erst zu, als sie 1291 in den Besitz des Herzogs Heinrich Mirabilis gelangte. Ihre strategisch günstige Lage im westlichen Teil des Fürstentums Grubenhagen mag dazu beigetragen haben, daß die Burg schnell zur Hauptresidenz der Grubenhagener Herzöge wurde. Hier residierten die Herzöge, schlossen Verträge, sprachen Recht und hielten Hof. In den Urkunden werden daher einige Grubenhagener Herzöge oftmals mit dem Beinamen »von Salzderhelden« bezeichnet. Ein wesentliches Element der landes-herrlichen Residenzbildung im Mittelalter stellt die Münzprägung dar. Der Burg Salzderhelden kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da sie für lange Zeit die einzige außerstädtische Münzstätte im Fürstentum Grubenhagen war. Fast alle hier durch angestellte Münzmeister geprägten Groschen und Pfennige tragen die Umschrift »moneta nova salis Heldensis«. Die Beziehungen der Grubenhagener Welfen zu der benachbarten, durch das Brauwesen politisch und finanziell mächtigen Stadt Einbeck wurden nur selten durch kleinere Fehden getrübt. Vielmehr dürfte das Einbecker Stift St. Alexandri als das eigentliche Hausstift des Grubenhagener Welfenhauses anzusehen sein. In der Stiftskirche wurden 14 Mitglieder des Herzoghauses bestattet. Weiterhin entstammten innerhalb des Zeitraumes von 1313-1464 von sieben Pröpsten allein fünf Pröpste dem welfischen Herzoghaus und bestimmten so für über ein Jahrhundert die Geschichte dieses Stiftes. Von dem ehemals repräsentativen Burggebäuden, wie sie noch der Merian-Stich aus dem Jahre 1654 zeigt, zeugen heute nur noch sehr bescheidene Reste. Inventare aus dem 17. Jahrhundert überliefern jedoch die Nutzung zahlreicher Räumlichkeiten, mußte doch der gesamte Hofstaat standesgemäß untergebracht und unterhalten werden (Burgkapelle, Archiv, Pferdestall, Küche, herzogliche Gemächer, große und kleine Stuben, Jungfernhaus, Gefängnis, Rüstkammer und Waffenmagazin, Korn- und Speicherböden, Schreibstube). Nach dem neuerlichen Teilungsvertrag 1481 kristallisierte sich eine deutliche Verlagerung der Hauptresidenz vom westlichen Teilherzogtum mit der Residenz Salzderhelden nach dem östlichen Teilherzogtum mit der Hauptresidenz Herzberg heraus. Zwar bewohnten auch weiterhin Mitglieder des Herzoghauses die Burg (teilweise Witwensitz), doch sank die Bedeutung Salzderheldens immer mehr. Nach dem Verlöschen der Grubenhagener Welfenlinie urkundeten die Welfenherzöge nur noch vereinzelt im 17. Jahrhundert auf der Burg. Der letzte bekannte Bewohner der Burg, der Oberjägermeister von Moltke, wurde 1692 wegen Hochverrats in Hannover enthauptet. Durch zwei Ereignisse erlangte die Burg Salzderhelden überregionale Bedeutung. Zum einem berichtet der Thüringer Chronist Johann Rothe über eine Fehde des Landgrafen Friedrich 1365, in der bei der Verteidigung der Burg erstmals im sächsischen Raum ein Geschütz eingesetzt wurde. Zum anderen benutzte Albrecht II. von Braunschweig-Grubenhagen als erster Welfenherzog anläßlich seines Regierungsantrittes in Satzderhelden 1361 ein nach heraldisch rechts schreitendes Pferd (sogenannte »Sachsenroß«) im Siegel, das später zum Landeswappen Niedersachsens werden sollte. Daten zur Geschichte der Burg Salzderhelden
1322 Hzg. Heinrich Mirabilis stirbt auf der Burg 1337 Hzg. Ernst residiert u. a. in Salzderhelden 1360 Hzg. Albrecht II. residiert in Salzderhelden 1365 Zug des Landgrafen von Thüringen vor Salzderhelden 1383 stirbt Herzog Albrecht II. auf Salzderhelden 1402 Hzg. Erich besitzt Salzderhelden 1448 Angriff auf Grubenhagen und Salzderhelden Errettung durch »Weiberlist« 1491 Hzgin. Margarethe stirbt auf der Burg, ihrem Witwensitz 1494 Salzderhelden Leibzucht für Hzgin. Elisabeth 1526 stirbt Hzg. Heinrich IV. auf der Burg 1542 stirbt Hzgin. Elisabeth auf der Burg um 1590 Umbau der Burg mit Fachwerk 1600 Amtshaus vor der Burg erbaut ab 1700 schneller Verfall der Burg 1983-88 Sanierung der Ruine 1998 Sanierung des Burgfrieds wird begonnen Der Förderverin insalliet aus eigenen Mitteln eine Treppe, sodass man den Turm besteigen und die Aussicht geniessen kann. 1998 Die Stützmauer zur Heldenburg an der alten B3 (gegenüber Heinrich Bode) wird saniert. Kosten 100.000 DM (+ weitere 70.000 Dm in 1999) 1999 start der Webseite Heldenburg.de 1999 Treppenanlage und Aussichtsplattform im Burgturm wird freigegeben
|
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 02. April 2009 um 17:09 Uhr |




